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Annafest 2018: Gottesdienst im Kellerwald 26.05.2018 08:00 Uhr

Pfarrei will Messe in diesem Jahr auf dem Festgelände abhalten


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Der Gottesdienst am ersten Annafest-Sonntag in der St. Anna Kirche ist Tradition. Eine Tradition allerdings, die in den letzten Jahren unter Besuchermangel gelitten hat. Darum plant das Dekanat Forchheim, den Festgottesdienst heuer auf die Keller zu holen.

Die Bänke der St. Anna Kirche blieben beim Festgottesdienst zur Kirchweih oft leerer als nötig, weil die Leute auf die Keller liefen statt in den Gottesdienst. Nun soll die Messe dorthin, wo die Leute schon sitzen: auf die Keller. © Foto: Ralf Rödel

Ganz neu sei die Idee nicht, sagt Georg Zametzer, Pastoralreferent der katholische Kirchengemeinde St. Anna, deren Gotteshaus am Fuße des Kellerwaldes steht. "Wir wollten als Kirche schon länger einfach präsenter auf dem Annafest sein." So habe beispielsweise Regionaldekan Martin Emge bereits vor Jahren mit dem Gedanken gespielt, ein Kirchen-Zelt zwischen den Bierkellern aufzustellen. Ein Einfall, der dann doch wieder verworfen wurde.

In diesem Jahr aber soll die Idee konkreter angepackt und der traditionelle Festgottesdienst selbst unter den Bäumen des Kellerwaldes abgehalten werden. Der Grund dafür ist recht simpel: "Wir hatten immer unseren Festgottesdienst drinnen in der Kirche und draußen auf der Straße sind die Leute in Scharen vorbeigezogen – hoch zum Annafest", erzählt Zametzer. Der Gottesdienst, zu dem jedes Jahr auch Lokalprominenz aus Politik und Vereinswesen eingeladen wurden, sei einfach nicht mehr gut besucht gewesen.

Jetzt hat man sich in St. Anna für einen anderen Weg der Präsenz entschieden, getreu dem Motto: Wenn die Menschen nicht in die Kirche kommen, muss man die Kirche eben zu den Menschen bringen.

"Wenn’s klappt, würden wir gern da nauf gehen", meint Zametzer. Und: Wenn’s klappt, dann macht Martin Emge diesen besonderen Gottesdienst unter freiem Fest-Himmel auch zur "Chefsache", sprich: Er hält ihn persönlich ab. Als Emges Vertreter in der Annakirche würde solange Pater Heinz Weierstraß, Leiter des Pfarreienverbundes Forchheim-Ost, einspringen. Weierstraß war es laut Zametzer auch, der die Idee, den Gottesdienst in diesem Jahr auf dem Festgelände stattfinden zu lassen, wieder ins Spiel brachte.

Ferner sei die Kirche momentan in Gesprächen mit dem Spielmannszug Jahn, der am ersten Festsonntag ohnehin auf den Kellern aufspielt. So könnte die Kapelle denn auch gleich den Gottesdienst musikalisch gestalten. "Dann müsste man nicht groß herumräumen", sagt der Pastoralreferent. "Eigentlich warten wir an und für sich jetzt nur noch auf grünes Licht von der Stadt."

Auf Standortsuche

Und im Rathaus sieht man die Idee "absolut positiv", sagt Franz Streit, (offiziell) Zweiter Bürgermeister von Forchheim und (inoffiziell) Erster Bürgermeister des Annafestes. "Die Sache wurde von Pfarrer Emge über mich an den Oberbürgermeister herangetragen" – und OB Uwe Kirschstein sei von einem Gottesdienst auf den Kellern ebenfalls "sehr angetan".

Die Stadtverwaltung prüfe gerade, "wie und wo es am besten klappt", erklärt Streit. Der Frühschoppen um 10 Uhr sei dabei nicht das Problem, "der Gottesdienst müsste halt davor stattfinden".

Vielmehr gehe es um die Sicherheit und vor allem die Logistik. "Die Musikkapellen müssen aufgebaut werden, in der Früh sind auch immer Versorgungspforten zur Anlieferung für die Bierkeller notwendig", so der Fest-Bürgermeister.

Kurzum: Man sucht einen passenden Platz für den Gottesdienst. Das Ordnungsamt ist jedenfalls eingeschaltet, Gespräche mit den Wirten laufen. Sollte alles glatt laufen, steht einem Gottesdienst nicht nur während, sondern vor allem auch auf dem Annafest nichts mehr im Weg. Dann dürften gleichwohl wieder mehr Kellerwald-Besucher den Weg in die Kirche finden – weil die "Kirche" in den Kellerwald kommt.

ZAlles, was Sie sonst noch rund um das Annafest 2018 wissen müssen, finden Sie im Internet auf: www.annafest-forchheim.de 

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