verabreden

Bayerisch-fränkisches Streetfood auf dem Annafest 25.07.2017 10:00 Uhr

Die Ringlers machen mit ihrem Foodtruck im Kellerwald Station


Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Gößweinstein, San Francisco, Sydney und Sankt Moritz: Wollte man die beruflichen Stationen von Martin Ringler auf einer Weltkarte feststecken, bräuchte man eine Menge roter Pin-Nadeln. Seine Wurzeln hat er dabei nie vergessen. Nun ist er für elf Tage zurück: Aus seinem Foodtruck am Annafest serviert er den Kerwa-Besuchern "Lauginger" und "Ox Grill Sandwich".

Martin Ringler (2.v.re.), sein Bruder Chris (li.) sowie Bernd und Basti stehen im Lkw am Tresen. © Foto: Roland Huber

Eine Herzensangelegenheit, die sei der Besuch des Annafests schon immer für ihn gewesen, erzählt Martin Ringler und rückt ein wenig das Käppi auf seinem Kopf zurecht. Damals in Kindertagen, da war das was Besonderes, als er mit der Familie einen Ausflug von Gößweinstein nach Forchheim machte, als er mit dem Papa am Annafest-Sonntag von den Oberen zu den Unteren Kellern schlenderte und einen Luftballon bekam.

Annafest: Im Foodtruck gibt's Essen auf die Hand

Die beiden Gößweinsteiner Brüder Martin und Chris Ringler servieren aus ihrem umgebauten US-Lkw krossen Schweinebauch und Ochsenfetzen.

Daheim in Gößweinstein führt die Familie einen alteingeführtes Hotel. Doch nach dem frühen Tod des Vaters wird das Hotel Frankenland verkauft. Doch das Gastro-Gen, das sitzt fest in Martin Ringler, er, der Gößweinsteiner, macht seine Ausbildung im Pflaums Posthotel in Pegnitz, zu einer Zeit, als sich im PPP, nicht nur zur Bayreuther Festspielzeit, die Promis die Klinke in die Hand geben. "Michael Jackson hat damals im PPP übernachtet", erinnert er sich. Von dort aus führt der berufliche Weg Martin Ringlers nach Muggendorf zum "Feiler". Im Sterne-Restaurant "Schiffchen" in Düsseldorf lernt Ringler seine Frau Valerie kennen. Gemeinsam gehen sie, er, der Hotelfachmann und sie, die Köchin, nach San Francisco. "Das war eine geile Zeit", sagt er rückblickend. Berufliche Stationen in Sankt Moritz und in Sydney schließen sich an.

In München schließlich machen sich Martin und Valerie Ringler selbstständig, eröffnen das "Ringlers" in der Sendlinger Straße, einen "kleinen Gastro-Betrieb mit Catering", werden schließlich Auto-Besitzer und kaufen vor drei Jahren ihren Foodtruck: Der 7,5 Tonner, ein Freightliner MT 55, ist ein umgebauter Mannschaftswagen der US-Army. "Damit sind wir absolut autark, wir haben einen eigenen Gas- und Wasser-Anschluss und können damit auch auf der grünen Wiese stehen." Wie vor einigen Wochen etwa, als die Ringlers das Catering vom Lkw aus auf einer Hochzeit im Grünen gestemmt haben. Beim Tollwood-Festival auf der Münchner Theresienwiese sind die Ringlers mit dabei, beim Heinrichsfest in Bamberg biss der Erzbischof herzhaft in ein Ringler Sandwich und zur 50-Jahr-Feier der Mode-Firma Marco Polo waren sie vor Ort, als Robbie Williams als Stargast auftrat.

Burger? "Kann jeder", lacht Ringler. Die wolle er nicht anbieten, sondern "Streetfood bayerisch-fränkisch interpretieren". Die Laugen-Semmel, die das bayerische Grillsandwich namens "Lauginger" umhüllt, ist bio, die Rezeptur für die Limetten-Chili-Mayo selbst entwickelt und selbstgemacht. Der Schweinebauch wird bei Niedrig-Temperatur gegart und anschließend kross gebraten. Der "Ox" besteht aus mageren Ochsenfetzen, Senfsoße und einer selbst gebackenen Krusten-Semmel. 

Doch all das würde kaum funktionieren, ohne eine starke Mannschaft im Hintergrund: "Wir sind ein Familienbetrieb", sagt Martin Ringler. Sein jüngerer Bruder Chris steht neben Martin im Foodtruck hinterm Tresen, die Schwiegermutter macht die Wäsche, der Schwiegervater ist der Mann für alle Fälle. Nicht zu vergessen Mama Magret, die noch heute in Gößweinstein wohnt und am Annafest quasi backstage arbeitet. "Ich platz vor Stolz", sagt sie mit einem Blick auf ihre beiden Buben, die für elf Tage nach Hause gekommen sind. "Spätestens in der Ausfahrt Forchheim-Süd hab ich Hunger auf fränkische Küche", sagt Martin Ringler und hofft "dass die Mama bevor wir wieder nach Hause fahren, ein Schäuferla macht".

  

Weitere Meldungen