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Cheers! Annafest-Bier besteht den Englisch-Test 24.07.2018 17:21 Uhr

Fachautor Mark Dredge und Kumpel Matt Stokes trinken sich durchs Annafest


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In seinem Buch "The Beer Bucket List" hat der englische Autor Mark Dredge Forchheim bereits eine Doppelseite gewidmet. Jetzt ist er zurückgekommen, um am Annafest zu recherchieren. Unser Mitarbeiter Julian Hörndlein hat ihn getroffen.

Zwei Engländer auf dem Annafest: Matt Stokes und Mark Dredge (re.) probieren Löwenbräu aus Buttenheim auf dem Schaufel-Keller. © Julian Hörndlein

Es regnet an diesem ersten Annafest-Samstag. Ich treffe Mark und seinen Kumpel Matt Stokes am Mahrs-Bräu-Keller, als die beiden gerade die letzten Schlucke ihres Bieres trinken. Gleich danach soll es weiter gehen mit der Bier-Erkundungstour: Ziel an dem Tag ist es, einen Überblick über die verschiedenen „auswärtigen“ Biere zu bekommen, nachdem am Vortag bereits alle Forchheimer Brauereien getestet worden waren.

Also geht es auf dem kurzen Weg zum Schaufel-Keller. Dort wird Bier der Brauerei Löwenbräu aus Buttenheim ausgeschenkt – schnell sind drei Maß bestellt. Mark Dredge ist begeistert vom Annafest: Es sei „cozy“ und „unique“, also gemütlich und einzigartig. Vor allem der Wald gefällt dem 33-Jährigen, der aus der Grafschaft Kent stammt, jetzt aber in London lebt. „Gestern haben uns die Blätter vor der Sonne geschützt, heute vor dem Regen“, meint er.

Köööstlich! Kulinarische Verführungen auf dem Annafest 2018

Von Bratwurst, Langos, Fischbrötchen und Brathähnchen bis zu gebrannten Mandeln, Crêpes und Schoko-Pralinen: Das Annafest ist auch ein Fest für den Gaumen. Diese köstlichen Bilder beweisen es.

Mark hat bereits fünf Bücher veröffentlicht, alle behandeln das Thema Bier. Sein neuestes Werk soll sich um die Geschichte des Lagerbiers drehen. „Lager“ steht im Englischen für alle untergärigen Biersorten, also genau jene, die in einem kühlen Bierkeller gelagert werden sollten. „Ich möchte ergründen, wie ein lokales, bayerisches Getränk das wichtigste Getränk der Welt werden konnte“, sagt er auf Englisch.

Ihre Passion für Bier haben Mark und Matt während ihrer Zeit an der Universität gefunden. Sie gingen in Pubs, aber nicht um zu feiern, sondern um verschiedene Biere auszuprobieren, wie sie sagen: „Wir fühlten uns wie Pioniere“, erklärt Matt. Denn die meisten Leute, die dasselbe taten, waren schon weit über 50 Jahre alt.

Trotz Regen: Forchheim feiert auch am Sonntag auf dem Annafest

Die Besucher gingen in den letzten Jahren lieber direkt zum Frühschoppen auf die Keller, als in die Kirche. Deswegen wurde der Festgottesdienst zum ersten Mal direkt am Annafest gehalten. Der Regen kam am Sonntagvormittag allerdings sowohl dem Gottesdienst, als auch dem Frühschoppen in die Quere - hier kommen alle Bilder!

Seither hat sich die Liebe zum Gerstensaft weiter entwickelt. Laut eigener Aussage hat Mark in 25 bis 30 Ländern bereits Bier getrunken. Er kommt trotzdem immer wieder gerne nach Deutschland und vor allem nach Bayern. Während des Annafests übernachten die beiden Engländer in Bamberg, der besten Stadt der (Bier-)Welt, wenn man Matt Stokes glauben darf. Und das nicht nur aufgrund des Bieres, sondern auch wegen der Geschichte und den historischen Orten: „Bamberg ist unglaublich schön“, sagt Mark.

Das Bier fließt: Forchheimer Annafest 2018 offiziell eröffnet

Nur drei Schläge hat's gebraucht, um das Annafest offiziell zu eröffnen: Der Oberbürgermeister von Forchheim, Uwe Kirschstein, zeigte sich begnadet an Fass und Hammer und brachte das Bier gleich beim dritten Schlag zum Fließen. Damit gilt ab jetzt wieder: Elf Tage lang Feier-Alarm im Forchheimer Kellerwald!

Natürlich wird bei unserer Maß nicht nur über Bier gesprochen. Mark ist begeistert, dass er zum ersten Mal in Deutschland mit einem guten Gefühl über Fußball reden darf, dem besseren Abschneiden der englischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft sei Dank. Trotzdem ist er hauptsächlich Cricket-Fan.

Auch die regionalen Kirschen haben es den beiden Engländern angetan. Warum denn hier niemand ein Bier mit Kirschgeschmack anbiete, werde ich gefragt. Offenbar hat sich das Thema Reinheitsgebot noch nicht so richtig herumgesprochen in England. Meiner Empfehlung, doch einfach mal eine Goaßmaß zu probieren, möchten sie jedoch (noch) nicht nachkommen. Erstmal sind die reinen Biere dran.

Auf die Frage, wie das Bier in ihrer Heimat Kent schmeckt, winken Mark und Matt ab: Es gebe nur eine große Brauerei, die stelle aber bei weitem nicht so gutes Bier her wie die fränkischen Brauereien. Und auch ihre Lieblingsbiere kommen aus Bayern. Tegernseer und Augustiner seien die besten Biere. Welches auf Platz 1 und welches auf 2 kommt, da möchten sie sich nicht festlegen.Nach der Maß am Schaufel-Keller verabschieden sich Mark und Matt in Richtung obere Keller. Eines ist für beide aber schon an diesem Tag klar: Sie kommen wieder – am besten gleich 2019. 

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