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Müll-Entsorgung im Kellerwald zieht sich 09.08.2018 15:22 Uhr

Nach dem Annafest hat es der Bauhof mit vielen Tonnen Abfall zu zun


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Was bleibt übrig, wenn hunderttausende Menschen elf Tage lang an einem Ort zusammenkommen, um ordentlich zu feiern? Neben schweren Köpfen vor allem: tonnenweise Abfall. Darum ist im Kellerwald auch noch knapp anderthalb Wochen nach dem Annafest Großreinemachen angesagt.

Achtlos weggeworfene Flaschen und sonstiger Unrat im Wald sind nach dem Volksfest kein seltener Anblick. (Symbolfoto) © Mark Johnston

"Was man in der Nähe der Laufwege, abseits der Straßen vorfindet, ist echt scheußlich", schreibt eine NN-Leserin in einer Mail, die auch mehrere Fotos enthält. Darauf zu sehen sind: leere Bier- und Schnapsflaschen, dreckige Servietten und Taschentücher, "benutzte" Klopapier-Reste und Slipeinlagen, (menschliche) Exkremente, Erbrochenes. Unschöne Schnappschüsse, die von der Anwohner wenige Tage nach dem Annafest beim Spazierengehen im Kellerwald geschossen wurden.

"Sollte anhand der beigefügten Bilder die Diskussion über die Aufstellung von mobilen Toiletten für die Heimgänger doch noch einmal geführt werden?", fragt die Leserin. Und weiter: "Auf jeden Fall wäre es sehr schön, wenn die städtische Reinigung den Wald und die Wege zeitnah säubern könnte."

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Der Vorschlag, Dixi-Klos während des Volksfestes aufzustellen, ist seit Jahren ein Thema in Forchheim. Wie berichtet, hatte zuletzt die FW-Fraktion einen entsprechenden Antrag im Stadtrat gestellt – allerdings erst wenige Tage vor dem diesjährigen Annafest. Für die Stadtverwaltung zu knapp, um eine solche Maßnahme noch rechtzeitig umsetzen zu können. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) versprach allerdings, den Antrag mit Blick aufs Annafest 2019 prüfen zu lassen.

Und wie gehen die Aufräumarbeiten voran? "Die laufen", sagt Ferdinand Drummer vom Ordnungsamt Forchheim, "aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen". Üblicherweise bräuchten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs "ein bis zwei Wochen" bis die Hinterlassenschaften achtloser Festbesucher im Kellerwald eingesammelt und zur Mülldeponie abtransportiert werden.

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Gleich unterhalb des Geländes, an der Lichteneiche, öffnet das Ordnungsamt zudem einen alten, eingezäunten Wertstoffhof, der nur noch während des Annafestes vom Forchheimer Entsorgungsunternehmen Fritsche betrieben wird. Angedacht ist dieser provisorische Wertstoffhof eigentlich nur für den anfallenden Müll von Kellerwirten und Fahrgeschäft-Betreibern, die ihre Abfälle dort zu bestimmten Öffnungszeiten am Mittwoch vor, bis zum Mittwoch nach dem Annafest entsorgen können.

Was hier aber "von Jahr zu Jahr schlimmer" werde, sei die "wilde Ablagerung", wie Norbert Ludwig von der Firma Fritsche es nennt. Sprich: dass Müll nicht zu den regulären Öffnungszeiten angeliefert werde, sondern von Unbekannten über den Zaun geschmissen oder vor dem Tor abgestellt wird.

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Im Forchheimer Kellerwald haben sich 14 gestandene Mannsbilder vor unserer Fotowand ablichten lassen. Sie alle wollten nur eines: Mister Annafest 2018 werden! Unsere User haben abgestimmt und einen glücklichen Gewinner auserkoren, der sich über ein Preisgeld von 250 Euro freuen darf.

"Unsere Mitarbeiter müssen den Abfall dann aufwändig von Hand aufräumen", so Ludwig. Das geschehe immer wieder und immer öfter, auch in den Tagen vor und nach dem Annafest. "Das ist genauso ärgerlich wie die vielen weggeworfenen Bierflaschen im Wald", meint Ludwig. "Aber sowas lässt sich halt auf Volksfesten mit so vielen Menschen nur schwer verhindern."

Beim diesjährigen Kellerwald-Treiben sammelte sich auf dem Wertstoffhof an der Lichteneiche jedenfalls 11,5 Tonnen "reiner" Müll (also ohne Extra-Container für Sonderstoffe wie Holz oder Mischglas) an. Für dessen Entsorgung beziehungsweise Weiterverarbeitung stellt Fritsche der Stadt zwischen 4000 und 4500 Euro (inklusive Personalkosten) in Rechnung.

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Ludwig zufolge ist die Müllmenge heuer geringer als im Vorjahr, wo knapp zwölf Tonnen auf den Wertstoffhof kamen. 2016 waren es 12,8. Ein augenscheinlich erfreulicher Trend, auch wenn der Lichteneiche-Unrat freilich nur einen Teil des kompletten, auf dem Annafest anfallenden Mülls ausmacht.

Um den in endgültigen Gesamtzahlen zu errechnen, braucht es Zeit – im Kellerwald räumt man ja noch auf. "Aber es werden schon einige Tonnen zusammenkommen", sagt Forchheims Ordnungsamts-Chef Klaus Backer. Der Rest vom Fest eben. 

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