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Neue Fahrgeschäfte und mehr Sicherheit fürs Annafest 17.07.2018 18:56 Uhr

Jetzt sogar staatlich ausgezeichnet: Forchheims "fünfte Jahreszeit" beginnt


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Die Keller putzen sich raus, die Fahrgeschäften stehen bereit, das Sicherheitskonzept wurde nochmal überprüft – und "schlechtes Wetter abbestellt": Am Freitag startet das 178. Annafest.

Ready for action: Der Kellerwald putzt sich für's Annafest Nummer 178 heraus. © Philipp Rothenbacher

Wobei nicht gewährleistet ist, ob sich das Wetter an die augenzwinkernde Vorgabe von Forchheims Ordnungsamtschef Klaus Backer hält. Sicher hingegen: Forchheims Bürgermeister Franz Streit wird mit dem Riesenrad fahren, mindestens zwei Mal. „Einmal tagsüber und einmal am Abend, das habe ich mir zur Tradition gemacht“, erzählt der CSU-Politiker. Von dort oben hat er dann den vollen Überblick über das Kellerwaldtreiben, das ihm, dem inoffiziellen „Festbürgermeister“, schon immer eine Herzensangelegenheit war.

Entsprechend enthusiastisch wird er also, wenn er von der Biervielfalt auf dem diesjährigen Annafest spricht: „15 verschiedene und vor allem fränkische Biere. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, das soll uns erst mal einer nachmachen!“

"Deutlich unter 9 Euro"

Diese Vielfalt hat ihren Preis: Das Maß Festbier pendelt heuer um die 8,80 Euro, 2017 waren es noch 8,60 Euro. „Aber“, witzelt Streit, „immerhin noch deutlich unter 9 Euro“. Klaus Backer hatte bereits die Möglichkeit, vorab vom flüssigen Annafest-Brot zu kosten – und schwärmt vor allem von der Stabilität des Bierschaumes: „Die Krone hat sich gehalten wie bei einem Guinness!“

Lob gibt es seitens der Schausteller und insbesondere von Riesenrad-Betreiber Michael Drliczek für die druckfrischen Annafest-Flyer, die erstmals eine detaillierte Standort-Karte mit allen Bierkellern, Fahrgeschäften und Imbissständen enthalten. „Eine sehr gute Lösung“, meint Drliczek, denn in den Vorjahren hätten immer wieder Besucher bei ihm nachgefragt, wo genau welcher Keller zu finden sei.

Best of Annafest 2017: Die schönsten Momente im Kellerwald

Es ist vollbracht: Nach elf Tagen Trubel im Kellerwald ist das 177. Annafest Geschichte. In unserer Foto-Auswahl aus allen Festtagen lässt sich hervorragend in den vergangenen Annafest-Momenten schwelgen.

Der Plan werde im Großformat an diversen Knotenpunkten im Kellerwald ausgehängt, ergänzt Nico Cieslar, Leiter der städtischen Tourist-Info. Auch die genaue Lage der öffentlichen Toiletten und Erste-Hilfe-Stationen ist im Plan aufgeführt. Ebenso wie die Standorte der Geldautomaten (Volksfeste sind bekanntlich nicht die billigsten Angelegenheiten), von denen es heuer sogar zwei gibt: einen am Kellerwald-Eingang an der Lichteneiche und den Altbekannten am zentralen Festplatz.

Dort gibt es, im Schatten des Riesenrades, auf dem 178. Annafest übrigens eine Forchheimer Fahrgeschäft-Neuheit: der Disco- beziehungsweise Rock-Express. Den könne man sich vorstellen wie „eine Berg- und Talfahrt in verschiedenen Tempos“, erklärt Ferdinand Drummer, Fahrgeschäfte-Verantwortlicher vom Ordnungsamt. Am unteren Festplatz am Wald-Eingang wartet ab Freitag außerdem eine zweigeschossige Geisterbahn namens „Zombie“ auf nervenstarke Besucher. Für zarter Besaitete steht daneben der „Volare Wellenflug“, den Drummer als „Kettenkarusell in Feen-Optik“ beschreibt.

Ersatz für Foodtruck

Stark sein müssen wiederum die Freunde des Foodtrucks der Ringler-Brüder aus Gößweinstein: Ihr „Ox Grill“ bleibt dem Fest in diesem Jahr fern – die Ringlers mussten aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Mit der Pizzeria Pinocchio ist aber bereits ein würdiger Ersatz an der begehrte Standstelle direkt neben dem Greifkeller gefunden.

Außer Bier, Spaß und Kulinarik gilt aber auch in diesem Jahr wieder, ein Höchstmaß an Sicherheit zu ermöglichen, dem Fachgebiet von Klaus Backer.

Wilde Sause: Junggesellenabschiede auf dem Annafest 2017

Erst Rausch, dann Ring: Vor dem Gang zum Altar wird traditionell mit den engsten Freunden noch einmal richtig gefeiert. Wir haben kommende Ehefrauen und -männer auf dem Annafest 2017 in Forchheim begleitet. Hier sind gibt's die tollsten Bilder!

So werden die letztjährig eingeführten Taschenkontrollen an den Eingangsbereichen fortgesetzt („Das hat sich bewährt, die Leute nehmen es gelassen hin“, sagt der Ordnungsamtsleiter). Und die Schikanen an den Zugangsstraßen werden ausgebaut: Während die Barrieren 2017 nur auf der Unteren Kellerstraße eine freie Durchfahrt verhinderten, sollen sie heuer auch auf den beiden Zugangsstraßen im oberen Waldbereich für mehr Sicherheit sorgen.

Neben Bereitschaftspolizisten aus Forchheim und Bamberg wird eine 40 Mann starke Truppe eines Nürnberger Sicherheitsdienstes an allen elf Tagen regelmäßig nach dem Rechten schauen, vor allem an den Wochenenden. Hinzu kommen zwei ständige Sanitätswachen vom BRK Forchheim und vom ASB Gräfenberg, Notärzte für die Wochenenden, eine ständige Brandschutzwache und eine Wetterstation mit Frühwarn-Lautsprecheranlage, die den Himmel im Auge behält.

Sprich: „Das bestehende Sicherheitskonzept wurde verfeinert“, so Backer.
Ein gänzlich neues Konzept ist 2017 von einer Fachfirma entwickelt worden und wird in diesem Jahr während des laufenden Festbetriebs noch auf Schwachstellen überprüft. 2019 soll es dann vollends zum Einsatz kommen.

Drei Dinge hätten auf dem Festgelände nichts zu suchen, erklärt Backer: Drahtsesel, Haustiere und Wildpinkler. Er appelliert an die Besucher: „Stellen Sie Ihre Fahrräder nicht im Kellerwald ab, lassen Sie ihre Hunde daheim und bitte: Benutzen Sie die zur Verfügung stehenden Toiletten. Dann sind alle glücklich.“

Preis vom Heimatministerium

Glücklich wirkt Franz Streit schon jetzt. Denn im 178. Jahr darf sich „sein“ Annafest sogar über eine staatliche Auszeichnung freuen – den „Heimatpreis Oberfranken 2018“. Mit dem ehrt der Freistaat (beziehungsweise das Heimatministerium) unter anderem Personen, Projekte und Veranstaltungen, die das bayerische Brauchtum und die „typisch bayerische Lebensart“ fördern.

Und „das Annafest ist ein Paradebeispiel für die große fränkische Volksfesttradition und dient der Erhaltung unserer Feierkultur im Freistaat“, so Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) bei der Verleihung des Heimatpreises Oberfranken in Bayreuth.

Alles aktuellen Infos rund ums Annafest 2018 auf www.annafest-forchheim.de. 

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