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Prost! Forchheims Kellerwirte in den Startlöchern 23.02.2018 06:00 Uhr

Bierkeller feiern Saison-Eröffnung im April


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Wenn der letzte Schnee geschmolzen ist und erste Sonnenstrahlen zaghaft durch die Baumkronen blinzeln, erwacht auch der Kellerwald wieder zum Leben: Frühlingszeit ist Bierkellerzeit und die will heuer wieder gebührend eingeläutet werden – mit einigen Neuerungen.

Es sich schmecken lassen auf den Kellern — unter freiem Himmel und bei Sonnenschein: Der Kellerwald ist für Einheimische wie auch für Nicht-Forchheimer ein beliebtes Ausflugsziel. Ende April beginnt die neue Freiluft-Saison. © Archivbild: Rödel

Am 28. und 29. April wird die Bierkeller-Freiluft-Saison offiziell eröffnet. Und gleich vorweg eine positive Meldung zum Dauerthema "Keller geschlossen – Pächter gesucht": Der lange verwaiste und nur übers Annafest geöffnete Schindler-Keller hat endlich eine neue Pächterin – mit jeder Menge Kellerwald-Gastro-Erfahrung: Die Forchheimerin Birgit Hempel ist hier fortan Herrin über Küche und Ausschank.

Seit 32 Jahren ist Hempel nun schon im Servicebereich tätig, 14 Jahre lang als Kellnerin im Kellerwald, erst auf dem Schützen- und schließlich am Schindler-Keller. Hauptberuflich servierte sie bislang in der Brauereigaststätte Greif und nebenbei in den Reuther Hut-Stuben.

Viel Herzblut

Händeringend hatte Schindler-Inhaber Hans Schmitt zuletzt nach einem neuen Betreiber gesucht und viel in seinen Keller investiert – erst kürzlich war es ein moderner Fettabscheider für die Küche (wir berichteten). "An seinem Keller hängt er eben mit viel Herzblut", sagt Hempel über Schmitt.

Und nach den großen Investitionen, die es nun möglich machen, den Keller ganzjährig zu betreiben (ein Kachelofen sorgt in den Wintermonaten für Gemütlichkeit in der Stube mit Platz für rund 50 Gäste), sah Hempel ihre Chance: "Ich bin jetzt 50 Jahre alt und dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann?" Mit der Übernahme des Schindler-Kellers "beginne ich einen neuen Lebensabschnitt mit dem Schritt in die Selbstständigkeit", sagt Birgit Hempel. "Hans Schmitt ist darüber sehr glücklich, dass der Keller wieder zu neuem Leben erwacht." Kulinarisch vollzieht sich das unter Hempels Motto "fränkisch, regional, frisch": mit Bier und Backwaren aus Forchheim (Brauerei Greif und Bäckerei Nagel) sowie Fleisch und Gemüse aus Bamberg (Metzgerei Böhnlein, Frischfrucht Konrad).

Bringt jahrzehntelange Erfahrung als Servicekraft – auch im Kellerwald – mit: Die neue Schindler-Pächterin Birgit Hempel. © Foto: Hempel

Neben dem Schindler- starten am 28. und 29. April auch der Eichhorn-, Glocken-, Greif-, Hebendanz-, Hofmanns-, Neder-, Rappen- und der Schaufelkeller in die neue Saison. Ob Uwe Koschyk die Tore des Schlössla-Kellers zu diesem Zeitpunkt öffnet, ist allerdings unklar: "Dazu kann ich momentan noch nichts sagen", so Koschyk auf NN-Nachfrage.

Offen oder nicht?

Ebenfalls unsicher ist die Lage am Winterbauer. Lange schon steht die Traditionsgaststätte auf den Unteren Kellern leer, weil kein Pächter zu finden ist. Nur zum Annafest 2017 wurden die Türen kurzzeitig aufgesperrt. Beim Inhaber, der Buttenheimer Georgen-Brauerei, ist man in Pächterfragen zwar an einer längerfristigen Lösung interessiert. Doch damit sei kurzfristig nicht zu rechnen, heißt es aus Buttenheim.

Auf dem Schützenkeller hingegen ist man ab jetzt wieder voll dabei: Der war, wie berichtet, erst im letzten Jahr aus seinem Dornröschenschlaf erwacht – und fand in der gebürtigen Forchheimerin Sabina Sullivan eine neue Wirtin. Am vergangenen Annafest befand sich die Küche noch im Aufbau, jetzt aber ist alles fertig und Sullivans Lebensgefährtin Romy, eine gelernte Köchin, kann endlich zeigen, was sie drauf hat. "Wir servieren beispielsweise eine gute Lende, verschiedene Schnitzelvarianten und unsere Spezialität, die Schützenspätzle", sagt Sullivan. Das Bier bezieht sie ab heuer nicht mehr von der Brauerei Hebendanz, sondern von der Schlossbrauerei Reckendorf.

Wald ohne Wolfshöher

Überhaupt tut sich in Bierfragen 2018 einiges auf den Kellern: Nachdem sich die Brauerei Wolfshöher in den letzten Jahren immer rarer gemacht hat (wir berichteten), sind mittlerweile die letzten Verträge ausgelaufen: Auf den Kellern von Friedrich Schneider (Kaiser-, Stäffala- und Fässla-Keller) wird daher heuer Veldensteiner Bier ausgeschenkt, auf dem Glocken-Keller wird Gerstensaft der Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf kredenzt.

So unterschiedlich die Biergeschmäcker auch sind, am Eröffnungswochenende kann man sich gleichwohl anderweitigen (Gaumen-)Freuden hingeben: Viele Keller bieten allerlei besondere Spezialitäten vom Grill an, kostenlose Bierkellerführungen geben historische Einblicke ins Innere des Waldes und nicht zuletzt wird die neue Forchheimer Bierkönigin gekrönt. Ein royales Ereignis, das der Spielmannszug Jahn Forchheim mit einem Festumzug von den Unteren zu den Oberen Kellern würdigt. Na, dann: Prost! 

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