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Schlicht und edel: Dirndl made in Forchheim 26.07.2018 06:00 Uhr

Silke Kallweit-Lorber entwirft elegante Landhausmode


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Dirndl mal anders: Jeansstoffe, gedeckte Farben und schlichte Schnitte verwendet Silke Kallweit-Lorber. Die 40-jährige Designerin aus Forchheim hat eine Marktlücke entdeckt.

Silke Kallweit-Lorber in ihrem Atelier. Unter dem Markennamen „Lorocco“ schneidert sie neben Dirndl, auch Babyschuhe, Hochzeitskleider, Taschen und mehr. © Foto: Ralf Rödel

"Meine Kundinnen wollen schick auf das Annafest gehen, aber ohne verkleidet oder überladen zu wirken", erzählt Silke Kallweit-Lorber. Seit sieben Jahren stellt sie unter dem Markennamen "Lorocco" Dirndl in ihrem 25 Quadratmeter großen Atelier her. Dabei folgt sie nicht den großen Trends. "Ich mache genau das Gegenteil: Lieber schlichte, edle Dirndl statt Kitsch mit Rüschen", sagt sie.

Verspielte Schleifen oder in Falten gelegte Kleider sind bei ihr nicht zu finden. "Bei Jeansstoff mit Elasthan ist das Tolle, dass man sich auch traut, einen Sauerbraten zu essen", sagt sie lachend. Denn Dirndl sollten bequem und schick sein, findet sie. Auch ihr Mann weiß die schlichten Schnitte zu schätzen: "Mein Mann war total froh, dass er keine Lederhose anziehen muss, wenn ich ein Dirndl trage."

Sommer wie Winter

Ihr ist wichtig, dass ihre Kleider in den Größen 34 bis 44 auch zu anderen Anlässen Sommer wie Winter passen. "Mit einem schlichten Grundkleid kann man nichts falsch machen und sich dann für unterschiedliche Schürzen entscheiden, zum Beispiel für eine helle im Sommer und eine dunklere aus Leinen im Winter." Viele ihrer Kundinnen würden die Dirndl zu Kommunion- oder Konfirmationsfeiern tragen, zu Geburtstagen oder auch im Alltag. Grundkleider gibt es ab 279 Euro, Schürzen inklusive Gürtel ab 129 Euro.

Einzigartige Kleider

"Meine Kundinnen sind meist zwischen 35 und 65 Jahren alt und bereit, etwas mehr auszugeben, wenn sie dafür ein schickes, einzigartiges Dirndl haben, das sie ganzjährig anziehen und gut kombinieren können", so die Designerin.

Im Alter von sieben Jahren begann sie zu nähen. Nach einer Ausbildung zur Schauwerbegestalterin und ihrer Elternzeit entschied sie sich für eine Modedesignausbildung an der Akademie Deutsche POP in Nürnberg.

Ihre Mode wird in einem Schaufenster in der Nürnberger Straße ausgestellt. Die 40-Jährige hat sich gegen ein Geschäft entschieden, sondern hat ihr Atelier in ihrem Wohnhaus im Forchheimer Süden inklusive Umkleidezimmer. "Manche Kundinnen sind ganz überrascht, dass ich so versteckt bin, aber ich mag es, ein wenig wie ein Geheimtipp im Wald zu sein." 

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