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Schluss, aus, vorbei: So war das Annafest 2017 01.08.2017 12:20 Uhr

Besucherzahlen wegen des Wetters deutlich zurückgegangen - Kriminalität sank


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Es ist die Krux von Freiluftveranstaltungen: Sie stehen und fallen mit dem Wetter. Insofern hat das diesjährige Annafest zuletzt noch das Beste aus den insgesamt sehr durchwachsenen äußeren Bedingungen gemacht. Trotzdem bleibt das Fest-Fazit 2017 eher mau.

Annafest Alla Doch - lautet das Motto: Doch für 2017 haben die Forchheimer ihr Lieblingsfest nun hinter sich gebracht. © Ralf Rödel

"Wetterbedingt"- Es ist das meistgebrauchte Adjektiv seitens der Veranstalter, Behörden und Schausteller, wenn es darum geht, das 177. Annafest, das nun im Forchheimer Kellerwald zu Ende geht, zusammenzufassen. "Von unserer Seite aus gesehen, war es ein unauffälliges, ruhiges, ein durchschnittliches Annafest", sagt Sigrid Mauser vom städtischen Ordnungsamt.

Best of Annafest 2017: Die schönsten Momente im Kellerwald

Es ist vollbracht: Nach elf Tagen Trubel im Kellerwald ist das 177. Annafest Geschichte. In unserer Foto-Auswahl aus allen Festtagen lässt sich hervorragend in den vergangenen Annafest-Momenten schwelgen.

Massive Störungen habe es keine gegeben. "Alles im üblichen Ausmaß", so Mauser. "Das größte Pech hatten wir natürlich mit unserem Riesenrad. So einen Vorfall gab es noch nie." Das weithin sichtbarste Wahrzeichen der alljährlichen Kellerwald-Sause musste am Freitag aufgrund eines technischen Defekts den Betrieb einstellen.

Der Annafest-Ausklang im Forchheimer Kellerwald

Noch einmal zogen die Forchheimer am Montag Richtung Kellerwald, um dem 177. Annafest einen würdigen Ausklang zu bereiten. Bei Bier, Brotzeit, Schäufele und einer letzten Runde auf dem ein oder anderen Fahrgeschäft machte sich bereits ein wenig Wehmut breit.

Eine genaue Besucherzahlen-Prognose aufzustellen, dafür sei es noch zu früh – "ich kann nur schätzen", betont Mauser – aber sie denkt, dass es zwischen 350.000 bis 400.000 Gäste waren, die in den vergangenen elf Tagen einen Ausflug in den Kellerwald unternahmen. "Wetterbedingt sind das deutlich weniger als erwartet". Dabei hatten viele zuvor mit einem neuen Besucherrekord gerechnet: Auch angesichts der abgesagten Bamberger Sandkerwa ging man davon aus, dass heuer die halbe Million-Marke nicht nur geknackt, sondern merklich überschritten werden würde.

Wilde Sause: Junggesellenabschiede auf dem Annafest 2017

Erst Rausch, dann Ring: Vor dem Gang zum Altar wird traditionell mit den engsten Freunden noch einmal richtig gefeiert. Wir haben kommende Ehefrauen und -männer auf dem Annafest 2017 in Forchheim begleitet. Hier sind gibt's die tollsten Bilder!

Stattdessen: Dauerregen am ersten Festmontag, Dauerregen am Dienstag, gräulich-nass auch der Mittwoch. Erst ab Donnerstag klarte der Himmel auf, bevor das letzte Fest-Wochenende mit wahrem Fest-Wetter überbordend gefeiert wurde – und zu später Stunde das traditionelle Ringen um die letzten Plätze beziehungsweise nach Luft in den völligen überfüllten Bierkeller-Straßen begann. Ab da galt es dann die verlorenen Tage mit doppelter Einsatzfreude – egal, ob auf den Biertischen oder Musikpodien – wettzumachen.

Weniger Polizei-Einsätze

Nicht wettmachen konnte das "fette Ende" allerdings die Umsatzeinbußen der Kellerwirte, Fahrgeschäfte-Betreiber sowie der Los-, Schieß-, Spiel- und Imbissbuden-Besitzer. "Bei Regen mag keiner in die Gondel steigen", sagt Riesenrad-Inhaber Michael Drliczek. Besonders der Dauerregen am Montag und Dienstag habe ihm und seinen Kollegen zugesetzt. "Da war das Annafest generell ganz wenig besucht." Auch auf den Kellern herrschte in dieser Zeit überall dort gähnende Leere, wo kein schützendes (Plastik-)Dach zugegen war.

Angeln, Dosenwerfen und Co.: Bunte Buden auf dem Annafest

Bevor es mit den Eltern hoch zu den Kellern geht, wollen die meisten Kinder erstmal die bunten Buden am Fuße des Forchheimer Annafests genau unter die Lupe nehmen. Die Kirchweih bietet ja auch so ziemlich alles, was die Kleinen glücklich macht: Neben Entenangeln, Dosenwerfen und Schießbuden - gibt es jede Menge Fahrgeschäfte und Süßigkeitenbuden.

Süß bis herzhaft: Kulinarisches vom 177. Annafest

Allein der Duft von gebrannten Mandeln sagt uns: Es ist Volksfest-Zeit. Kulinarisch hat das Annafest 2017 wieder allerhand geboten. Unsere Fotograf Ralf Rödel war auf schmackhafter Spurensuche.

Der positive wetterbedingte Nebeneffekt: Alkoholleichen, Diebstähle und Prügeleien blieben die Ausnahme. "Wir hatten heuer weniger Einsätze", verkündet Forchheims Polizeichef Jürgen Knauer: weniger Körperverletzungen, weniger Diebstähle, weniger Sachbeschädigungen, nur Trunkenheitsfahrten gab es ein paar mehr als 2016. "Hauptsächlich ist das dem Wetter geschuldet: Unter der Woche, als es regnete, war es für uns sehr ruhig." Überhaupt sinke die Zahl der Annafest-Polizeieinsätze seit nunmehr drei Jahren stetig. Und: "Die Stimmung der Gäste gegenüber den Einsatzkräften war heuer sehr freundlich", sagt Knauer. "Die Menschen sind froh gewesen, dass wir da waren."

Auch das Sicherheitskonzept mit verstärkter Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften sowie Taschen- beziehungsweise Rucksack-Kontrollen am Kellerwald-Eingang habe gezogen, sagt Sigrid Mauser. "Es blieb alles überwiegend friedlich. Größere Beschwerden von Besuchern wegen den Kontrollen sind mir nicht bekannt – im Gegenteil: Die Leute haben sie gut und gelassen angenommen."

Großer Spaß für Kleine: Familientag auf dem Annafest

Dienstag und Donnerstag sind traditionelle Kinder- und Familientage im Kellerwald. Für die Kleinen gibt es an vielen Fahrgeschäften besondere Rabatte. Auch 2017 hatten junge und ältere Semester sichtlich ihren Spaß auf dem Annafest.

Wer in Annafest-Erinnerungen schwelgen möchte: Wir waren mit unserem Live-Ticker auf www.annafest-forchheim.de alla Dooch dabei. 

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