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Annafest: Der Toiletten-Report 2019 31.07.2019 12:00 Uhr

Wer ein Bedürfnis hat, sollte zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein


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18 Uhr am Annafest: Im Kellerwald ist um diese Uhrzeit noch viel Platz. Bevor man sich ins Getümmel stürzt, noch einmal der kurze Abstecher zu den Sanitäranlagen gleich am Beginn des Kellerbergs. Unsere Toiletten-Reportage - in Zeiten von Klo-Krisen bei Rock im Park und auf der Bergkirchweih.

Zum täglichen Fest-Start sind die Toilettenhäuschen im Kellerwald noch sauber, Schlangen vor den Türen bilden sich erst im Laufe des Nachmittags. © Edgar Pfrogner

Die Toiletten sind noch sauber, anstehen muss niemand. Insgesamt drei Toilettenhäuschen betreibt die Stadt selbst am Festgelände. „Eigentlich haben wir hier eine ziemlich entspannte Lage“, sagt Ferdinand Drummer vom Ordnungsamt. Während Forchheims fünfter Jahreszeit ist er Platzmeister am Annafest.

Von Ausnahmezuständen, wie sie zuletzt an der Erlanger Bergkirchweih oder bei Rock im Park vorgekommen waren, kann er nicht berichten. „Neben den städtischen Toiletten haben ja die Keller auch noch eigene Einrichtungen“, sagt er.

Hoch hinaus! Das sind die Fahrgeschäfte auf dem Annafest

Fliegen, schweben, schwimmen: Auf dem Annafest gibt es viele Möglichkeiten, der Schwerkraft zu entfliehen. Das erfreut nicht nur die Kinder.

Etwas weiter oben steht Ismail aus Nürnberg. Er verwaltet den roten Sanitärblock gegenüber vom Autoscooter. Mit dem Annafestauftakt war er nicht zufrieden, von Auslastung habe da keine Rede sein können. Etwas voller sei es danach geworden, aber im Rahmen geblieben. „Bisher gibt es keine Probleme.“

20.30 Uhr: Der Kellerwald wird jetzt schon ganz vom Festvolk gefüllt. Das macht sich auch an den Toiletten am Steilhang zwischen Schaufel- und Glocken-Keller bemerkbar. Für die Männer ein eher ungewohntes Bild: Selbst sie müssen einige Minuten in der Schlange stehen. Bei den Frauen ist es noch einmal angespannter: „Wir müssen im Schnitt zehn bis fünfzehn Minuten anstehen“, sagt eine Annafest-Besucherin.

Etwas Zeit ist im Festtrubel vergangen, mittlerweile ist es dunkel geworden. Gerade auf den oberen Kellern gibt es fast kein Durchkommen mehr. Bei den Toiletten hinter dem Hoffmanns-Keller sind die Wartezeiten zwar noch überschaubar, auf der dahinterliegenden Straße sieht man jedoch immer mal wieder Personen in den Wald huschen. Dass am Annafest auch einige Festgänger wildpinkeln, ist Ordnungsamt und Polizei durchaus bewusst. Wird man erwischt, drohen mehrere hundert Euro Geldbuße.

Das kommt vor allem darauf an, wo man sein Geschäft verrichtet. „Da müssen wir die Kirche im Dorf lassen: Wenn jemand tief in den Wald verschwindet, können wir nicht viel machen“, sagt Polizistin Bianca Zapf. Um eine Anzeige kommt nicht herum, wer direkt am Festgelände die Hose aufmacht oder gar gegen Autos oder in Gärten der Anwohner pinkelt. Das kam früher durchaus vor.

„Das liegt aber weniger an der Toilettensituation auf dem Annafest“, erklärt Zapf. Vor allem Männer hätten die Möglichkeit, sich auf dem Nachhauseweg schnell zu erleichtern. „Dieses Jahr sind uns noch keine Fälle bekannt“, sagt Zapf.

Zurück bei Ismail und seinem Toilettenhäuschen, 22.45 Uhr. Der zu Beginn noch entspannte Abend hat sich für ihn schnell gewandelt. „Heute war es sehr stressig.“ Vor allem die Frauentoilette hält ihn auf Trab. „Ich bin ständig dabei, Toilettenpapier nachzufüllen.“ Auch hat er den Eindruck, dass die 50 Cent Benutzungsgebühr Hemmungen fallen lassen. „Die 50 Cent sorgen glaube ich dafür, dass die Leute leichtfertiger etwas kaputt machen.“ Trotzdem am Abend keine langen Schlangen.

Wer beim Annafest schnell mal muss, sollte den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ort abpassen. 

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