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Bierkeller im Kellerwald Forchheim öffnen: Das müssen Sie wissen 13.05.2020 06:00 Uhr

Gemeinsam an einer Bank geht nur mit Einschränkungen - Schließzeit: 20 Uhr


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Das Datum steht: Ab Montag, 18. Mai, kann in den Forchheimer Kellerwald das Leben zurückkehren, die Keller dürfen wieder öffnen. Doch ob der Bestimmungen, die mit dem Betrieb in Corona-Zeiten einhergehen, bleiben große Jubelschreie unter den Wirten aus.

Nur Familien oder zwei Hausstände dürfen gemeinsam an einer Bierbank sitzen. Ansonsten gelten 1,5 Meter Abstand. Um 20 Uhr wird die Außengastronomie geschlossen. © Anestis Aslanidis

„Die Menschen sind heiß drauf“, sagt Birgit Hempel. Seitdem Ministerpräsident Markus Söder zuletzt die Öffnung von Biergärten (und -kellern) angekündigt hat, steht bei der Wirtin des Schindler-Kellers das Telefon nicht mehr still. „Ich hab schon Reservierungen angenommen“, sagt Hempel, die sich zusammen mit ihrem Team auf den Start der Saison vorbereitet. „Die Blumen sind gepflanzt, mein Keller steht bereit“, ssagt die Wirtin.

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Die Tische stehen schon draußen unter dem Dach parat und warten auf Bier- und Brotzeitgänger. Denn unter dem Dach sei man auch ein wenig vor windigem und im schlimmsten Falle nassem Kellerwetter geschützt. Zwar hätte der Schindler-Keller auch eine gemütliche wind- und wettergeschützte Ausweichmöglichkeit im Häuschen, „doch unser Stübla dürfen wir ja noch nicht öffnen, das ist verboten“, sagt Hempel.

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Der Zuspruch ihrer Gäste sei in den vergangenen Wochen sehr groß gewesen, auch über die sozialen Medien, erzählt die Wirtin, „die Menschen nehmen Anteil, das freut mich sehr“. Jetzt hoffe man auf perfektes Kellerwetter.

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Und doch blieben noch eine Menge Fragen im Vorfeld, auf die es (noch) keine Antworten gibt: „Wo stelle ich das Desinfektionsmittel hin?“ etwa. Oder: „Müssen wir auch die Adressen der Kellerbesucher verlangen, was ist mit dem Datenschutz?“, fragt sich Hempel. „Wir wissen, wann wir öffnen dürfen, aber im Moment noch nicht wie. Wir haben noch keine Anweisungen der DEHOGA bekommen.“

Ähnlich geht es auch Carola Bernklau, Wirtin des Neder-Kellers. „Wir warten auf die Vorgaben“, sagt sie noch am Dienstagvormittag. Dass mit Mundschutz bedient werden müsse „das steht fest“, sagt Bernklau. Doch müssen die Gäste auch Mundschutz tragen – solange bis sie auf der Bierbank sitzen? Und ihn wieder tragen, wenn sie ins Haus auf die Toilette gehen? Wie viele Menschen dürfen überhaupt gemeinsam an einer Bierbank sitzen? All das fragt sich Bernklau.

Wenige Stunden später liefert Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, im Anschluss der Sitzung des Bayerischen Ministerrats bei einer Pressekonferenz die Antwort: Man wolle „den Kurs der Vorsicht und der Umsicht fortsetzen“, so Herrmann. Dazu gehöre auch, dass 1,50 Meter Abstand zu halten sei. Familien oder zwei Hausstände dürften dabei an einem Tisch sitzen, es gelte eine Mundschutzpflicht – außer am Tisch. Bis 20 Uhr ist die Außengastronomie zulässig.

Am Mittwoch, 20. Mai, will Matthias Muß den Winterbauer-Keller wieder aufsperren. Um den nötigen Abstand zu gewährleisten, werde nur „jede zweite Biertisch-Garnitur aufgestellt“, sagt Muß. Weil es weniger Plätze gibt, wird der Wirt weniger Kellner einsetzen. Auch Speisekarten könnten eine mögliche Gefahrenquelle sein, sagt Muß, deswegen werde er Einwegkarten drucken lassen.

So wie hier, am Annafest-Mittwoch 2018, wird es für lange Zeit nicht mehr sein. Nur Familien oder zwei Hausstände dürfen gemeinsam an einer Bierbank sitzen. Ansonsten gelten 1,5 Meter Abstand. Um 20 Uhr wird die Außengastronomie geschlossen. © Ralf Rödel

Carola Bernklau treibt eine weitere Frage um: Seit vielen Jahren, erzählt sie, „haben wir in den Sommermonaten unser Personal aus Ungarn“. Saison-Mitarbeiter, die auf dem Neder bedienen, eingearbeitet sind, sich auskennen. „Doch wann dürfen die Arbeiter wieder rein zu uns nach Bayern?“, fragt sich Bernklau. Viel Zeit bleibt ihr nicht mehr, doch immerhin einen Plan B in der Tasche: „Wenn wir kein Personal bekommen, dann starten wir notfalls mit Selbstbedienung.“

In die Eröffnungswoche fällt mit Christi Himmelfahrt und somit auch dem Vatertag ein klassischer Ausflugstag. „Normalerweise ist der Vatertag unser umsatzstärkster Tag im Jahr“, sagt Bernklau. Doch heuer will sie den Neder-Keller da ganz bewusst geschlossen halten. Bernklau sieht sie vor sich, die Biertrinker mit Bollerwagen, die angeheitert auf ihrem Keller Rast machen: „Da hält doch keiner Abstand“, sagt sie, „das ist mir zu riskant“.

Geöffnet haben ab Montag, 18. Mai, folgende Forchheimer Keller: Glockenkeller, Schindler-Keller, Hebendanz-Keller, Greifs Keller und Neder-Keller. Und ab Dienstag, 19. Mai, öffnet der Eichhorn-Keller, ab Mittwoch, 20. Mai, der Winterbauer-Keller.

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