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Forchheims Kellerwald wird jetzt eingegittert 25.06.2019 18:07 Uhr

Holzgeländer Keller entsprechen nicht den Sicherheitsvorschriften


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Einen äußerst undankbaren Job erledigen seit gestern einige Mitarbeiter des städtischen Bauamtes. Keller für Keller nehmen sie sich vor im Kellerwald und montieren einen anthrazitfarbenen Stabmattenzaun direkt vor die traditionellen Holzzäune. Kellerbesucher wie Wirte sind alles andere als begeistert.

Der städtische Bauhof hat die undankbare Aufgabe auferlegt bekommen, einen dunklen Stabmattenzaun vor die Holzgeländer im Forchheimer Kellerwald zu montieren. Hier wird gerade der Schaufel-Keller eingegittert. © Ulrich Graser

Die Kommentare der Wirte reichen von „In Berlin ist die Mauer weg und hier bauen sie sie wieder auf“ bis hin zu Bezeichnungen wie „Gefängnis“.

Aber es hilft nichts, teilt die Stadtverwaltung in Gestalt des Leiters des Bauamtes, René Franz mit. Die „Umwehrungen im Bereich des Kellerwaldgeländes“ müssten „ertüchtigt“ werden. Und zwar auf einer Länge von 1250 Metern. Dies diene der „bauordnungsrechtlichen Absicherung des Geländes“.

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Im Hauptausschuss des Stadtrates war am 14. März dieses Jahres beschlossen worden, dass Beschaffenheit und Ausführung der Geländer an den öffentlichen Verkehrsflächen beziehungsweise im Bereich von Absturzhöhen den „sicherheitsrechtlichen Vorgaben angepasst werden“ müssten.

Damals war noch die Rede von einem „Mannheimer Gitter“. Doch wegen der Stolpergefahr hat die Verwaltung umgeswitcht auf „Stabmattenzäune“ aus anthrazitfarbenem Metall. Schön ist etwas anderes, aber René Franz sagt: „Bauliche Anlagen und die dem Verkehr dienenden nicht überbauten Flächen bebauter Grundstücke müssen gemäß Artikel 14 der Bayerischen Bauordnung (BayBO) verkehrssicher sein. Bei Absturzhöhen über 0,5 Meter sind nach Art. 36 der BayBO geeignete, ausgebildete Umwehrungen anzubringen. Diese müssen mindestens 1,10 Meter hoch sein und so ausgebildet werden, dass (vor allem) Kleinkindern das Überklettern nicht erleichtert wird.“

"Einige Unfälle mit Kindern"

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein ergänzt: In der Vergangenheit habe es bereits „einige Unfälle mit Kindern“ gegeben, weil die Holzzäune besteig- und durchkletterbar waren. Daher müssten nun dringend die bestehenden Geländer zumindest provisorisch an den kritischen Stellen ergänzt werden, „um einen unfallfreien, sicheren Kellerbesuch, auch während des Annafestes zu gewährleisten“.

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Da die Zäune auch dann noch Abstürze verhindern sollen, wenn die Bänke zur Annafestzeit zum Tanzen bestiegen werden, seien Tische und Bänke, deren Absturzhöhe in unmittelbarer Nähe über einen halben Meter beträgt, in einem Abstand von mindestens einem Meter von der Umwehrung entfernt aufzustellen.

Das hat das Ordnungsamt verfügt. Dadurch verringert sich natürlich die Fläche, auf der die Wirte ihre Bänke und Tische aufstellen können, mit anderen Worten: Hier geht es nicht nur um die Optik oder die Sicherheit, sondern auch ums Geschäft. Diese neuerdings erforderlichen Abstände müssen nun mit entsprechenden Maßnahmen vergrößert werden, stellt die Stadt fest.

Den Wirten sei es freigestellt worden, entweder die Bänke, die zu nah am Zaun stehen, zu entfernen oder durch zusätzliches Personal die Einhaltung der „Sitzpflicht“ zu überwachen, damit eben nicht auf Tischen oder Bänken getanzt wird. „Sitzpflicht“ im Kellerwald? Während des Annafestes? Laut Ordnungsamt ein Muss. Die „vorläufige Maßnahme“, so die Stadtverwaltung weiter, genüge „gewiss nicht den hohen ästhetischen Ansprüchen“. Mittelfristig sollen daher die Geländer „unter Berücksichtigung der besonderen Atmosphäre im Kellerwald ertüchtigt“ werden. 

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