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Viele Besucher, mehr Gewalt: So war das Annafest 2018 30.07.2018 21:04 Uhr

450.000 Gäste strömten in den Kellerwald - Stadt zeigt sich zufrieden


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"Sehr zufrieden": So fällt die Annafest-Bilanz von Klaus Backer aus, dem Chef des Ordnungsamts der Stadt. Die Polizei beklagt dagegen einen Anstieg der Gewalt gegen Beamte — außerhalb des Festbetriebs.

"Ich bin zufrieden bis sehr zufrieden mit dem diesjährigen Annafest", sagt Michael Drliczeck, der Betreiber der Riesenrads. © Ralf Rödel

"Mindestens 450.000", so schätzt Forchheims Ordnungsamts-Leiter Klaus Backer die Besucherzahl im Kellerwald während des Annafests. Das wären deutlich mehr als im ziemlich verregneten 2017, da waren es rund 350.000 bis 400.000 Gäste.

Ein "sehr erfolgreiches" Fest, sagt Backer — und das, obwohl es diesmal nur in einem Monat, im Juli, lag. Wenn das Forchheimer Keller-Spektakel in den August hineinragt, merken das die Schausteller: Dann nämlich haben die Besucher mit dem Lohn oder Gehalt frisches Geld auf dem Konto — auch zum Ausgeben für eine kühle Maß oder eine Karussellfahrt.

Die Polizei gibt die genauen Zahlen über ihre Einsätze erst am Dienstag bekannt. Aber auch dort ist man zufrieden — weitgehend. "Oben auf dem Fest selbst war es offensichtlich ruhiger als im Vorjahr", heißt es. Aber "im Nachklang" habe es mehr Einsätze gegeben — und, ein bundesweit beklagenswerter Trend, die Gewalt gegen Beamte habe zugenommen. "Faustschläge, Fußtritte, Attacken" habe es gegeben.

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Der Annafest-Dienstag gehört traditionell den Familien und Kindern: An vielen Fahrgeschäften und Buden konnte die Kleinen zu ermäßigten Preisen ihren großen Spaß haben. Wir haben die Bilder.

In der Zentrale der Festleitung am Kellerwald zählten die Verantwortlichen bis Montagabend 310 Einsätze. "Das Übliche", auch zahlenmäßig, heißt es dort: Zu viel Alkohol in dieser tropischen Hitze, das stieg manchen zu Kopf. "Gestürzt, geschlägert, Kreislaufprobleme, Insektenstiche", berichtet ein Aktiver des Arbeiter-Samariter-Bund.

Oder auch schlicht und einfach Blasen an den Füßen, so Ordnungsamts-Leiter Backer. Er schwärmt vor allem vom zweiten Fest-Wochenende. "Absolut übervoll" sei es da gewesen, im Gegensatz zum etwas verregneten Auftakt-Samstag. "Insgesamt aber war das Wetter, bis auf die extreme Hitze, fürs Fest okay."

Auch Michael Drliczeck kann ein Lied davon singen, wie erbarmungslos die Sonne zuschlägt. Der Schausteller aus Fürth betreibt auf dem Annafest das Riesenrad — und der Wagen, von dem aus er die Attraktion steuert, liegt vom Morgen bis zum Abend in der Sonne. "Seit zwei, drei Jahren habe ich eine Klimaanlage im Wagen, aber davor sind die Temperaturen schon mal auf 50 Grad geklettert", erinnert er sich.

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Am Mittwoch hieß es in vielen Forchheimer Behörden und Firmen: "Geschlossen, denn wir sind auf dem Annafest". Dort genossen die Forchheimer dann einen Arbeitstag der anderen Art - mit Bier, Brezen und Live-Musik. Sicherlich hat sich so manch einer für diesen Tätigkeitsbereich eine Festanstellung gewünscht.

Aber hohe Temperaturen gehörten nun mal zum Annafest, im Juli und Anfang August dürfe es schon mal richtig heiß werden. Über ein paar Grad weniger wäre Drliczeck allerdings schon dankbar — vor allem für den heute beginnenden, schweißtreibenden Abbau des Fahrgeschäfts, der fast drei Tage dauern wird.

"Ich bin zufrieden bis sehr zufrieden mit dem diesjährigen Annafest", meint Drliczeck, der neben dem Riesenrad auch eine Creperie betreibt. Vor allem das Fahrgeschäft habe wieder viele Besucher angelockt.

Bei den Essensständen hätte sich hingegen vor allem in den Nachmittagsstunden die Hitze etwas bemerkbar gemacht. Die Besucher hätten einfach weniger Appetit mitgebracht, so Drliczeck. Abends sei das Geschäft zwar dann wieder gut gelaufen, doch die nachmittägliche Kaufzurückhaltung sei nicht mehr ganz aufzuholen gewesen.

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